Ameisen gehören nicht gerade zu den beliebtesten Gartenbewohnern. Vehement verteidigen sie "ihre" Blattläuse an Rose und Co. gegen Nützlinge wie Marienkäfer- und Florfliegenlarve, untergraben Gehwegplatten und wenn die Geschlechtstiere ausfliegen, will man meinen, sie sind überall. Gibt man die Stichworte "Ameisen" und "Garten" in einer beliebigen Suchmaschine ein, erfährt man an erster Stelle vor allem, wie man sie (angeblich) los wird.
Doch Ameisen erfüllen auch unverzichtbare Dienste in der Bodenbelüftung und dem Humusaufbau und tragen zur Ernährung ihrer Brut die Larven anderer Insekten - viele davon uns als "Schädlinge" bekannt - in ihr Nest. Außerdem sind sie wahre Mitarbeiter in der Gartengestaltung. Wie sonst schaffen es Pflanzen wie der Lerchensporn, das Schöllkraut oder manche Blaustern-Arten, plötzlich in den seltsamsten Ecken aufzutauchen? Die Antwort heißt "Elaiosom", auch "Ameisenbrot" genannt: ein fettreiches Samen-Anhängsel, das von den Ameisen gerne an einem sicheren Ort aufgenascht wird. Das geschieht auch gerne mal eine ganze Ecke von der Mutterpflanze entfernt. Ob uns die "Wahl" der Ameise für das Samenkorn gefällt oder nicht - das Ergebnis mutet oft äußerst kreativ an.
Den Helfern helfen
Unseren Ameisen geht es schlecht: Laut Roter Liste sind 74% der Ameisen-Arten Deutschlands gefährdet. Statt sie pauschal vertreiben zu wollen, zeigen Sie vielleicht Verständnis für die Tiere. Akzeptieren Sie ihre Präsenz, gerade in weniger genutzten Bereichen des Gartens. Machen Sie Ihren Garten zum Refugium. Sollte es doch zu Konflikten kommen, greifen Sie nicht zu Gift, sondern holen sich Rat von Experten wie z.B. jene der Ameisen-Schutzwarte.