Frühe Lehmwespen gehören zu den sogenannten "solitären Faltenwespen". Nomen est omen - in Ruhestellung sind ihre Flügel der Länge nach gefaltet, was man bei ihren Verwandten wie der Hornisse oder z.B. der Deutschen Wespe auch gut beobachten kann. Im Gegensatz zu jenen leben sie aber nicht in Staaten, sondern eben solitär. Ähnlich wie einige Wildbienen legen die Weibchen Brutzellen in Hohlräumen an, in denen die Larven heranwachsen. Der deutsche Name "Lehmwespe" rührt daher, dass sie die Brutzellen mit Lehmwänden verschließen.
Bestäubung der Stachelbeere
Typische Lehmverschlüsse der Niströhren
Frühe Lehmwespen nützen uns gleich in doppelter Hinsicht, und zwar als Bestäuber und Schädlingsbekämpfer. Die erwachsenen Insekten benötigen Nektar als "Flugbenzin" und bestäuben somit die Pflanzen. Für den Nachwuchs erjagen sie die Larven verschiedener Kleinschmetterlinge, darunter auch Pflanzenschädlinge. Die Beute wird mit dem Giftstachel betäubt und in die Brutzelle getragen, in der sich der Wespennachwuchs von ihr ernährt. Dem Menschen gegenüber sind Lehmwespen friedlich.
Den Helfern helfen
Da die Frühe Lehmwespe zur Fortpflanzung auf lineare Hohlräume angewiesen ist, sollte man ihnen solche zur Verfügung stellen. Sonnenexponiertes Totholz mit Käfer-Fraßgängen oder hohle Pflanzenstängel (Reet, Holunder, ...) bieten sich an. Primär für Wildbienen gedachte Nisthilfen werden auch gerne angenommen und eignen sich gut zur Beobachtung der hübschen Wespen. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Nisthilfen fachmännisch gebaut sind. Ausführliche Tipps dazu gibt es z.B. auf https://www.wildbienen.info/artenschutz/nisthilfen_01.php